Ein Mail-Konto für jeden Bürger
Krecki | 09.10.2008 | 15:31Ich habe heute einen Artikel im Internet gefunden, welchen ich recht interessant finde.
Die Bundesregierung plant eine Alternative für den papiernen Briefverkehr zwischen Bürger und Behörden. Die neue Idee: Ein sicheres E-Mail-Konto für jeden Deutschen.
De-Mail soll der Dienst laut Informationen der FTD heißen und es ermöglichen, rechtskräftige Dokumente elektronisch zu versenden. Bundeskanzlerin Angela Merkel soll das Konzept schon im November auf dem dritten IT-Gipfel in Darmstadt vorstellen. Selbst Einschreiben oder Zustellurkunden sollen dann bald komplett elektronisch den Weg zum Empfänger finden. Behörden sollen die E-Mails ebenso behandeln wie Dokumente aus Papier.
Im Fokus steht bei De-Mail vor allem die Sicherheit. So muss verhindert werden, dass Dritte den Datenverkehr unerlaubt mithören können und sicher gestellt werden, dass die elektronische Post auch beim richtigen Empfänger ankommt. Zudem soll es für jeden Bürger einen virtuellen Datensafe geben, in dem wichtige Dokumente aufbewahrt werden können.
Soweit so gut, hört sich ja in der Theorie wirklich nicht schlecht an. Wenn ich dann aber lese, dass die Telekom das Projekt technisch umsetzen soll, dann wird mir doch ein wenig Angst und Bange, was die Sicherheit betrifft, da das Unternehmen gerade mit einem großen Datenskandal zu kämpfen hat.
Ich werde das Thema mal weiterverfolgen.
Quelle: CHIP und Financial Times Deutschland
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Ob sich die Sache im Eigentlichen gut anhört sollte genauer betrachtet werden. Ich bin mir bewusst, dass das möglicherweise eine Menge Papier einsparen würde. Aber einen elektronischen Datensafe unkontrolliert irgendwo mit wichtigen elektronischen Dokumenten zu füttern mit Verschlüsselungsmechanismen, die keiner überprüfen kann? Gibt es einen MasterKey? Wer weiß das so genau. Und sollte Papa Staat doch PGP oder anderweitige Zertifkate nutzen, dann frage ich mich, wieso ich das nicht mit meinen jetzigen Zertifikaten tun kann? Vielleicht, weil nur bestimmte Empfänger (zB. nur ein spezifischer Sachbearbeiter) meine verschlüsselten Daten lesen kann? Bei dem De-Mail System sollen es ja “alle” Berechtigten lesen können – sonst macht ja ein derartiges Vorhaben ja keinen Sinn – und das macht mir Angst und Bange.
Außerdem sind für mich da zu viele große Firmen involviert, die bei weitem sich in den letzten Jahren nicht mit Ruhm bekleckert haben.
Ich weiß, ich neige gern zur Schwarzmalerei und Übertreibung, aber dieses Projekt wird eine 0-Nummer, genauso wie die ePost von der Deutschen Post.
Des weiteren sind im Laufe der “Entwicklung” dieses Projektes einige Dinge schief gelaufen, welches diese propagierte Sicherheit bei Weitem nicht verbessert.
Ich wäre mal für einen Diskussionsabend bei nem Bierchen, denn mich würden wirklich mal die Ansichten interessieren – als Überblick sozusagen
Hmh… eigentlich ne gute Sache. Zumindest für die meisten Bürger U-40. Aber wenn ich mal die Stunden zusammenrechne die ich bereits damit zugebracht habe meinen Großeletern ein relativ einfaches Handy zu erklären und dies fast wöchentlich wiederholen muss, frage ich mich wer den betagteren Mitbürgern (die ja demografisch in der Mehrheit sind) den Umgang mir solchem Mail-Konto bzw. den Umgang mit PC und Internet allgemein erklärt.
Von daher wir der traditionelle Postverkeht per Brief und schriftlichen Bescheid noch mindestens 20 Jahre existieren und sich anschließend vielleicht nach und nach zurückfahren lassen. Ah ja die Telekom soll das praktisch umsetzen. Das ist angesichts der derzeitigen Megadatenpannen doch schon ein recht fragwürdiger Partner. Außerdem seit wann wird vorher festgelegt wer Projekte in diesen Größenordnungen umsetzt. Die Telekom ist kein Staatsunternehmen mehr und muss sich demnach dem Wettbewerb stellen. Also Ausschreibung!